Denn wir alle können in einer gleichgestellten Welt freier leben!

Smash the Patriarchy

Thema: Gleichstellung

Denn wir alle können in einer gleichgestellten Welt freier leben!

Thema: Gleichstellung

Gleichstellung von Frauen und Minderheiten verbessert unser aller Leben!

Unser Land besteht aus Individuen mit vielen unterschiedlichen Bedürfnissen, Geschichten und Hintergründen und all das trägt zu einer pluralistischen Gesellschaft bei. Vielfalt ist der Motor für Innovation und Kreativität in allen Bereichen unseres Lebens. Und dennoch zählen noch immer nicht alle Perspektiven und Blickwinkel gleichermaßen. Noch immer verhindern strukturelle Hürden und alteingesessene Vorurteile, dass alle die gleichen Chancen haben. Das ist ein untragbarer Missstand, den ich bekämpfen möchte. Als promovierte Sozialwissenschaftlerin habe ich selbst erforscht wie strukturelle Mechanismen wirken und Frauen in der Arbeitswelt benachteiligen. Als Personalentwicklerin und Projektmanagerin in der Wirtschaft habe ich es aus nächster Nähe beobachtet, wie Prozesse und Strukturen dazu führen, dass die Mehrheit der Beförderungen und Entwicklungsmöglichkeiten immer an die gleichen geht. Auch mehr und mehr Unternehmen erkennen, dass sie hier ein großes Potenzial für Wachstum und Kreativität unangetastet lassen, aber leider noch nicht genug. Deswegen stehe ich – durch verbindliche Quoten, flexible Arbeitsmodelle und konsequentes Diversity Management – für mehr Vielfalt in deutschen Unternehmen. Denn Vielfalt stellt uns nicht nur erwiesenermaßen krisensicherer für die Zukunft auf, sondern fördert auch ein nachhaltigeres Wachstum für alle.

Allerdings umfasst die Arbeitswelt nur einen kleinen Teil der strukturellen Ungleichheit in unserer Gesellschaft. Noch gravierender sind die Mängel in lebenswichtigen Bereichen wie Erforschung und Entwicklung von wirksamen Medikamenten und Verfahren zur Bekämpfung von Krankheiten oder Sicherheitsstandards in Gütern des täglichen Lebens. In fast allen Bereichen unseres Lebens herrscht ein männlicher Standard. Frauen werden hierbei nur als „kleine Versionen“ des Mannes betrachtet. Dies bedeutet konkret, dass medizinische Studien oft zumindest in den frühen Phasen primär an jungen Männern stattfinden und die Auswirkungen von neuen und leider teils auch altbekannten Medikamenten auf Frauen und ältere Menschen häufig unbekannt sind. So kommt es einerseits zu Überdosierungen, Nebenwirkungen und Effektlosigkeit. Zum Beispiel wirkt Aspirin bei Männern vorbeugend gegen Herzinfarkte, bei Frauen jedoch nicht. Andererseits zu verpassten Chancen für Frauen, da Behandlungen bei männlichen Probanden nicht wirkten und somit verworfen wurden, ohne dass die Wirksamkeit bei Frauen getestet wurde. Derartige Beispiele sind zahllos. Es darf nicht sein, dass die Gesundheit von 50 % der Bevölkerung derartig vernachlässigt wird! Gerade in diesen Zeiten sollten wir verstehen, wie wichtig gute und ganzheitliche Forschung in der Medizin für die Sicherheit unserer Gesellschaft ist.

Ein weiterer essenzieller Bereich, auf den wir immer dringender unser Augenmerk richten müssen, ist die Weiterentwicklung der künstlichen Intelligenz (KI). Als Sozialwissenschaftlerin mit einem Hintergrund in Soziologie der Technik weiß ich, dass Technologien nie neutral sind, sondern immer von denen beeinflusst werden, die sie entwickeln. Im Bereich künstliche Intelligenz bedeutet dies, dass die KI nur das kennt, dass ihr gezeigt wird und wenn sie nur mit einseitigen Datensätzen gefüttert wird, dann kann sie auch nur einseitige Ergebnisse präsentieren. Dies reicht von kleinen Alltagsbenachteiligungen in denen Alexa oder Siri männliche Stimmen besser verstehen als weibliche, über gravierende Diskriminierung bei der Jobsuche in welchen gleichermaßen qualifizierte Bewerber*innen von einem Algorithmus aufgrund des Geschlechts oder eines ausländischen Namens aussortiert werden, bis hin zu falscher Gesichtserkennen von People of Color in Ermittlungsverfahren oder lebensbedrohlichen Situationen, wenn sich Ärzt*innen auf nicht Geschlechter-sensible KI-basierte diagnostische Unterstützungssoftware verlassen. Unsere Technologien bilden unsere gesellschaftlichen Realitäten mit all ihren Ungerechtigkeiten ab und können sie sogar deutlich verschlimmern. Wir sind aber keine machtlosen Opfer – wir können und müssen dieser Gefahr durch Vielfalt in Forschung und Entwicklung begegnen! Und zwar lieber gestern als morgen.